Rennbericht zum Ironman Schweden

Der Ironman Schweden 2014 ist Geschichte.
Ich konnte mit einem 6. Gesamtplatz zeigen, dass ich ein solides Rennen unter anspruchsvollen Bedingungen abliefern kann. Leider konnte ich mein Ziel, die Top-5 oder eine Zeit unter 8:20 h nicht bestätigen, auch wenn der 4. und 5. Platz in Reichweite waren.
Das Schwimmen lief wie geplant, die erste Boje konnte ich in Führung erreichen, mich anschließend in der Führungsgruppe festsetzen und die gesamte Schwimmdistanz so zurücklegen. In der ersten Wechselzone lief auch alles wie geplant und ich stieg mit der Führungsgruppe aufs Rad. Hier konnte ich nicht zu 100 % meine Leistung abrufen, sondern hatte teilweise große Probleme meinen Rythmus zu finden. Egal dachte ich mir, denn nachdem zwischenzeitlich drei Athleten den Weg zur Spitze gesucht hatten saß ich in der Verfolgergruppe und war auch nicht zu mehr in der Lage als mitzufahren. Ich wollte, anders als bei meinen Rennen aus der Vergangenheit, richtig fit auf die Laufstrecke gehen. Deshalb musste ich mich mit dieser Position auf dem Rad zufrieden geben. Mein Zeitziel rückte mit der unruhigen Radgruppe in weite Ferne, sodass ich mich auf die Platzierung konzentrierte. Kaum in die Laufschuhe gewechselt suchte ich den Weg nach vorne und fand mit Viktor Zyemtsev einen schnellen Kollegen. Die ersten Kilometer liefen, nachträglich betrachtet, etwas zu gut. Die ersten 5 km in 17:31 min und regelmäßig Zeiten von 3:45-3:50 min bis 18 km waren klasse. Ich fühlte mich stabil und nicht so, als ob gleich der große Knall kommen würde. Selbst darauf war ich vorbereitete und wusste, dass selbst bei einem kleinen Leistungseinbruch und 4:15er Kilometern trotzdem eine Zeit von unter 2:50 h drin ist. Der Einbruch kam leider etwas stärker als erwartet. 😀
Meine Oberschenkel fühlten sich von einem auf den anderen Kilometer so schwer an, dass ich keine Ahnung hatte wie die zweite Marathonhälfte aussehen würde. Viktor lief mir leider in der Schwächephase weg und übrigens in beeindruckenderweise noch auf Platz 2 mit einem 2:44 h er Marathon vor. Ich musste mich zu dem Zeitpunkt erstmal mit der neuen Situation arrangieren. Nach vorne orienterte ich mich jedenfalls nicht mehr, auch wenn die Mitstreiter, außer Viktor, zu dem Zeitpunkt ähnliche Probleme hatten. Patrik Nilsson lief zum Beispiel lange auf dem dritten Platz, bis er sich bei 32 km für ein kleines Schläfchen im Straßengraben entschied und am Ende erst auf Platz 53 einlief. Natürlich macht man über die Distanz sein ganz eigenes Rennen, aber man zieht natürlich auch Selbstbewusstsein aus der Schwäche der anderen. Wenn in meiner Schwächephase die ca. von 20-32 km andauerte fünf Konkurrenten an mir vorbei gezogen wären, hätte ich wahrscheinlich noch mehr Probleme bekommen. So stabilisierte sich mein Zustand wieder, was für mein Training im Vorfeld spricht. Ich konnte mich mit viel Cola wieder einigermaßen fangen und am Ende auch wieder 4:20er Kilometer laufen, was sich allerdings eher wie ein 3:20er Tempo anfühlte. 😉

Kurzum: 6. Platz ist zwar knapp an meiner Zielsetzung vorbei, aber ich bin trotzdem zufrieden mit dem Rennen. Grund: Im Vorfeld kann man viel spekulieren und reden, ich neige dazu die Herausforderung immer etwas zu unterschätzen. Ich habe das Beste aus meiner Tagesform gemacht.
Ergebnisse:
http://www.ironman.com/triathlon/events/emea/ironman/kalmar/results.aspx#axzz3AuVvZxEw

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