Archiv für den Monat: Mai 2014

Sieg und anschließender Überlebenskampf beim Löwentriathlon in Hachenburg!

Am vergangenen Sonntag stand nach Buschhütten das zweite Heimrennen der Saison an: Der Löwentriathlon in Hachenburg (Westerwald). Hierzu ein paar Worte und auch ein paar Sätze zur daran anschließenden Odyssee. Meinen Start hatte ich relativ spontan beschlossen, weil ich mich nach dem Japan-Trip in einem kleinen Motivationstief befand und ich mir etwas Selbstbewusstsein zurückholen wollte. Da nur eine Sprintdistanz zu bewältigen war, wusste ich vorher, dass ich mir um taktische Spielchen keine Sorgen machen müsste und ich einfach die ganze Zeit Vollgas geben würde. Zudem hatte ich mir auch vorher keine Gedanken um Konkurrenten gemacht, ich wollte einfach nur Spaß haben und mit meiner Leistung zufrieden sein. Im Training hatte ich vorher auch nicht rausgenommen, was ich später im Rennen auch etwas gemerkt habe. Ich bin allerdings froh mich nicht dafür entschieden zu haben mit dem Fahrrad zum Wettkampf zu fahren, denn die Strecke hätte wahrscheinlich zu viele Höhenmeter geboten … ;)! So packte mein Teamkollege Bene mich und mein Fahrrad am Morgen des Wettkampfes ins Auto und wir fuhren gemeinsam zum Wiesensee. Bei der Startunterlagenausgabe habe ich etwas bereut mich vorher überhaupt nicht mit den Regularien vertraut gemacht zu haben. Beutel mit verschiedenfarbigen Bändchen zeugten von einer hervorragend durchgeplanten Veranstaltung, ließen mich allerdings erstmal etwas dumm aus der Wäsche gucken. Als ich mein Klamottenchaos auf die verschiendenen Beutel verteilt, einen kleinen Irrtum bemerkt und den Inhalt des „After-Race-Beutel“ doch noch mit dem „Wechselzone 2-Beutel“ getauscht hatte, konnte es zum Check-in gehen. Da hätte ich wahrscheinlich etwas dumm geschaut mit Duschzeug anstatt den Laufschuhen in der Hand. 😉 Eine Stunde später waren sämtliche Vorbereitungen erledigt, viele bekannte Gesichter begrüßt und der Startschuss am Wiesensee konnte fallen. Ich setzte mich direkt mit dem später Zweitplatzierten an die Spitze des Feldes. Gegen Ende des Schwimmens passierte leider ein Missgeschick: Ich trat beim Schwimmausstieg in einen spitzen Stein. Voll mit Adrenalin guckt man sich die Sache natürlich erst später genauer an und macht weiter. Ich wechselte also aufs Rad und machte Tempo. Schnell konnte ich mich von den Verfolgern absetzen und fuhr die 25km dem Führungsfahrzeug hinterher auf einer voll gesperrten Landstraße in Richtung Hachenburg. Mit meinen Wattzahlen war ich überhaupt nicht zufrieden, denn beim Strongman konnte ich die selbe Leistung über die ersten 2,5h fahren. Allerdings muss man vielleicht mit einberechnen, dass ich da das Ziel garnicht gesehen habe! 😉 Egal, ich hatte ordentlich Vorsprung rausgefahren sah auch bei längeren Anstiegen niemand hinter mir, dass sollte als Polster fürs Laufen reichen! Die dritte Disziplin durch den Hachenburger Park war dann für mich persönlich relativ unspektakulär, auch wenn mir die Strecke gut gefallen hat. Ich habe den Vorsprung gehalten und durfte als Sieger die Ziellinie überqueren. Ein tolles Gefühl!   Das weniger tolle Gefühl folgte jedoch sofort. Kaum im Ziel schaute ich nach meinem Fuß und das sah richtig sch… aus. Alles voller Blut und Dreck. Also wenn ich den Plan verfolgen würde mir eine Blutvergiftung zu holen, dann würde der sich in wenigen Punkten unterscheiden! 🙂 Also ab ins Hachenburger Krankenhaus und dort traf ich einen tiefenentspannten Arzt in die Notaufnahme. Ich hatte den Eindruck, dass ich mich besser mit dem entsprechenden Wundversorgungsmaterial selbst behandelt hätte. Er wollte mir einfach ein Pflaster auf die Wunde kleben und meinte, dass nicht genäht werden müsse. Als ich fragte ob eine Reinigung nicht erforderlich sei zog er eine Spritze und pumpte (top motiviert…) den Inhalt in die Wunde. Sein Kommentar: „Der Rest blutet raus“. Obrigkeitshörig wie immer habe ich dann auch nicht weiter nachgefragt, sondern mir die Situation erstmal schön geredet. Nach Kaffee, Kuchen und Siegerehrung gings ab nach Hause. Da merkte ich dann ziemlich schnell, dass die Behandlung in Hachenburg möglicherweise nicht musterhaft verlaufen war. Der Fuß tat immer mehr weh und die Wunde schwoll etwas an. Nach ein paar jammernden Worten bei meinen WG-Nachbarn und Freunden wurde ich ins zweite Krankenhaus befördert. Das ist ein Service, oder? Dort angekommen warteten wir erstmal ein paar klischeehafte Stündchen. Auf meinem Aufnahmezettel war bei Dringlichkeit grün angekreuzt, was meinen Recherchen zufolge soviel heißt wie: „Kann man einen Nachmittag ohne Folgen sitzen lassen“, denn danach kommt nur noch die Dringlichkeitsstufe blau. Wie lange die dann warten dürfen will ich lieber nicht wissen, aber die Farbenmethode finde ich super! 🙂 Egal, irgendwann kam ich dann auch dran und der wirklich sehr engagierte Arzt schüttelte den Kopf als ich von meiner Erstbehandlung erzählte. Anschließend machte er so ziemlich alles anders und damit auch besser als sein Vorgänger in Hachenburg. Er hörte mir aufmerksam zu, reinigte die Wunde ordentlich mit einer schmerzenden, aber wirkungsvollen Spritze und nähte sie anschließend mit drei Stichen. Zudem waren da noch zwei nette Krankenschwestern die geholfen haben! Kurz vor dem Nähen kollabierte ich noch kurz heldenhaft, was ich mir wohl jetzt die nächsten Wochen erstmal von meinen Freunden aufs Brot schmieren lassen kann. Für meinen Kreislauf war wohl wenig essen, Wettkampf und bedrohliche Betäubungsspritze zuviel. Auf die Frage des Arztes, als ich wieder bei Verstand war, nach dem weiteren Vorgehen, sagte ich allerdings ziemlich souverän: Jetzt bringen wir die Sache zu Ende! Aus Erfahrung weiß ich, zweimal hintereinander kollabieren ist verdammt selten, jedenfalls bei mir! 🙂 Jetzt sitze ich hier und warte darauf, dass die Wunde wieder heilt. Morgen werde ich mich erstmal mit dem Rad auf die Rolle setzen und testen ob das ohne größere Probleme funktioniert. Mir wurde heute beim Hausarzt gesagt, Schmerz sei der limitierende Faktor bei dieser Art von Verletzung! 😉 Außerdem muss ich meinen Ruf als harter Hund in der WG wieder zurück erkämpfen, der hat glaube ich am Sonntag ziemlichen Schaden erlitten!
Bis bald!
P.S. Anbei ein paar Fotos und Ergebnisse gibts hier:
https://www.time2finish.net/files/2014_Hachenburg/Sprint_Einzel_MW.pdf

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Sieg in Buschhütten!

Am vergangenen Wochenende fand der erste Wettkampf der 2. Bundesliga Saison 2014 im heimischen Buschhütten statt. Das Rennen wurde im Teamsprintformat ausgetragen und es war deshalb besonders wichtig, dass unser Team ziemlich leistungsausgeglichen an der Startlinie stand. Wie immer begannen wir zu fünft und mussten mindestens zu viert die Ziellinie passieren. Unser Plan war, mindestens bis zum Ende der Radstrecke vollzählig zusammen zu bleiben, da sonst ein Defekt eines Teammitgliedes eine Disqualifikation der Mannschaft zur Folge gehabt hätte. Ich persönlich war etwas angeschlagen aufgrund einer Erkältung. Als mir unser Teamleiter sagte, dass er die Verantwortung übernehmen würde, falls ich frühzeitig aus dem Rennen ausscheiden müsste, war ich bereit an den Start zu gehen. Für mich war es jedenfalls eine komplette Wundertüte!

Wir stiegen als erstes Team gemeinsam aufs Rad und hatten auf der Schnellstraße wenig Freude, da uns Windböen und Hagelschauer begleiteten. Vielleicht auch nicht die schlaueste Art seine Erkältung zu bekämpfen:
Halbnackt bei Hagel mit dem Rennrad über die HTS (Hüttentalstraße) fahren!

Überraschenderweise fühlte ich mich relativ gut und konnte mich nun auch mit dem Gedanken anfreunden mit meinen schnellen Teamkollegen die abschließenden fünf Kilometer laufend zurückzulegen. Wir fuhren als erste Mannschaft gemeinsam durch die letzten Kurven auf der Radstrecke, die an dieser Stelle so schmal ist, dass zwei Fahrer maximal nebeneinanderpassen und kein Team mehr vorbei kommt. Das bedeutete, dass wir als erste Mannschaft in die Laufschuhe wechseln konnten und als erstes Team die T-2 verließen. Tim und ich feierten diesen Zustand auf dem Rad sitzend folgendermaßen: „Geil geil geil!“ Es lief alles nach Plan.

Der abschließende Lauf bot noch ein Duell mit den Jungs vom Kölner Triathlon Team 01, dass wir aber letztlich für uns entscheiden konnten. Im Nachhinein waren die gesparten Sekunden aus der T-2 also sehr viel wert! Gemeinsam mit Felix Weiss, Simon Weiss und Tim Lange überquerte ich die Ziellinie. Marco Mühlnikel hatte durch einen Patzer beim zweiten Wechsel etwas den Anschluss verloren, aber alle haben gemeinsam zur Teamleistung beigetragen. Ein gutes Gefühl mit Jungs an der Startlinie zu stehen, auf die man sich verlassen kann.
Selbstverständlich war ich im Ziel entsprechend erledigt, denn ohne Adrenalin fühlt sich so eine Erkältung noch etwas besch… an.

Als Sahnehäubchen des Tages wurde ich dann noch von der NADA zur Urinkontrolle gebeten. Ich erledigte die Pflicht mit beinahe kirschrotem Urin, dank des am Sonntagmorgen getrunkenen Rote Bete – Safts. Da hat der Kontrolleur ganz schön geschaut als ich ihm den Becher mit den erforderlichen 90ml vor die Nase gehalten hab! 😉  Leider existiert kein Bild dieses Moments, dafür aber ein paar andere, die ich hier beigefügt habe!
Bis bald!

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Bildrechte: Thorsten Wroben, Marco Mühlnikel und Eberhard Jung