Archiv für den Monat: April 2014

Rennbericht zum Strongman in Japan!

Endlich finde ich etwas Zeit, um ein paar Sätze zum Strongman-All Japan Triathlon auf Miyakojima zu schreiben. Zu absolvieren waren 3 km Schwimmen, 155 km Rad fahren und 42,195 km Laufen. Das ganze fand bei tropischen Verhältnissen (28 Grad, 85% Luftfeuchtigkeit) statt. Meine Überlegungen im Vorfeld des Rennens waren, dass ich im Wasser und auf dem Rad Tempo machen müsste, damit ich die schnellen 2:47er Marathonläufer aus den vergangenen Jahren auf Distanz halten könnte.
Der Start fand morgens um 7:00Uhr statt. Es bildete sich schnell eine dreiköpfige Führungsgruppe. Dabei waren der Chinese Hiro Nishiuchi, mein ukrainischer Zimmerkollege Viktor Aloshyn und ich. Wir stiegen auch gemeinsam aus dem Wasser und hatten schon einige Minuten Vorsprung auf die mehr als 1700 Verfolger rausgeholt. Als wir die Räder aus der Wechselzone schoben, kam für mich in dieser Konstellation nur eine Möglichkeit in Frage: Mit Tempo den Vorsprung ausbauen!! Allerdings sollte es keine Harakiri-Tour werden. Ich fühlte mich stark und fuhr in der ersten Stunde einen Schnitt von 41.5km/h mit etwa 295Watt. In der zweiten und dritten Stunde pendelte sich mein Tempo auf dem welligen Kurs bei 290 Watt und 40km/h ein. Ich konnte nur an wenigen Stellen meinen Vorsprung zu der Verfolgergruppe ausmachen. Beim ersten Mal nach 70 Kilometern hatte ich etwa sechs Minuten Vorsprung herausgefahren. Bei Kilometer 115 belief sich der Vorsprung auf etwa 13 Minuten. Ich fühlte mich sehr gut bis zu diesem Zeitpunkt, auch wenn ich zwei Gels verloren hatte fühlte ich mich zuversichtlich mit den zwei verbliebenen die komplette Radstrecke überstehen zu können. Ich versuchte, sie mir einfach besser einzuteilen. Ab 120 km merkte ich, dass der Plan möglicherweise nicht so ganz aufgehen würde. Meine Leistung sank von Kilometer zu Kilometer und negative Gedanken kamen hinzu, was nicht immer aber oft, ein Zeichen für eine schlechte Kohlenhydratversorgung ist. Ich versuchte, auch wenn ich wusste, dass ich langsamer werde, vernünftig zu denken: Wenn die anderen auf 40km ein paar Minuten verlieren, dann sollte ich jetzt wenigstens in der Lage sein, den Vorsprung zu halten und damit auf die Laufstrecke wechseln zu können. Ich konzentrierte mich auf Kühlung, Getränke und eine gute Radpositio. Ich hoffte, dass es reicht, wenn ich an der ersten Verpflegungsstation auf dem Laufsplit Gel und falls nötig auch Cola zu mir nehmen würde. Als ich auf die Laufstrecke wechselte hatte ich etwa zehn Minuten Vorsprung vor den Verfolgern, fühlte mich allerdings gar nicht mehr fit. Mir war schwindelig und ich konnte mich kaum noch auf meine Aufgaben konzentrieren. Der Wechsel in die Laufschuhe muss ziemlich bemitleidenswert ausgesehen haben. 😉
Mit dem Vorsprung im Nacken versuchte ich, es ganz locker angehen zu lassen. Ich hoffte auf schnelle Regeneration, wenn ich jetzt auftanken würde, nahm alles zu mir was ich konnte und versuchte nur die nächsten Minuten heil zu überstehen, um dann wieder ein höheres Lauftempo anschlagen zu können. Mein Körper hatte allerdings beschlossen, dass er einen Marathon in diesem Zustand nicht mitmachen wollte. Ich musste immer wieder ins Gehen wechseln bis irgendwann gar nichts mehr ging und ich nach einem kurzen Blackout auf dem Boden saß. Noch immer hatte ich nicht mit dem Wettkampf abgeschlossen, doch als dann die ersten fünf Athleten an mir vorbei liefen war ich auch im Kopf gebrochen. Einen Fußmarsch über etwa 40km konnte ich mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen, nicht wegen dem schlechten Ergebnis, sondern weil selbst das unmöglich erschien.
Ich musste einsehen, dass mein Radsolo bei diesen klimatischen Verhältnissen wohl doch etwas zuviel gewesen war. Ich war über meine Grenzen gegangen, zwar nur geringfügig, aber entscheidend. Das hält mich jedoch nicht davon ab,  mit meiner Leistung letzendlich zufrieden zu sein. Ich war mutig und es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich nach dieser Radleistung auch in der Lage bin, einen konstant schnellen Marathon zu laufen. In den Wochen vor dem Wettkampf hatte ich einige gute Trainingsergebnisse, die mich nicht an meiner Laufleistung zweifeln lassen.

Neben dem sportlichen Aspekt,  war es eine wahnsinnig tolle Erfahrung, den Wettkampf in Japan absolvieren zu dürfen. Die Menschen in Japan und speziell auf Miyakojima sind sehr gastfreundlich. Auf der Insel ist der Triathlon ein absolutes Highlight. Die eingeladenen ausländischen Athleten sind in Schulen, zum Bürgermeister und zu sämtlichen Festlichkeiten eingeladen worden. Diese Tatsache weiß ich mindestens genauso zu schätzen wie die beheizte Klobrille im Luxus-Rennhotel auf Miyakojima. 😉
Nächste Wettkämpfe: 2. Bundesliga Teamwettkampf für das EJOT Team Buschhütten und zwei Wochen später möglicherweise der Ironman 70.3 in St. Pölten (Österreich).
Bis bald!

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Livestream Strongman 2014

Hey Leute!
Mein letzter Beitrag vor dem Wettkampf am Sonntag. Die Dolmetscherin hat uns mitgeteilt, dass es einen Livestream geben wird. Ihr müsst nur den folgenden Link in euer Browserfenster eingeben und es sollte funktionieren:

http://www.ustream.tv/channel/%E5%AE%AE%E5%8F%A4%E5%B3%B6%E3%83%88%E3%83%A9%E3%82%A4-mtv1

Falls dieser Link nicht funktioniert, probiert den hier: http://www2.miyako-ma.jp/trymedia/

Der Start ist um 7:00 Uhr morgens, dh. wg. den 7h Zeitverschiebung wird der Start in Deutschland um Mitternacht zu verfolgen sein. Der ganze Wettkampf wird etwa acht Stunden dauern. Die Radstrecke und der Marathon sind hügelig, dh. zusammen mit der hohen Luftfeuchtigkeit und der vorhergesagten 25Grad wird es ein hartes Rennen werden.

Ich gebe mein Bestes und versuche mich schnell nach dem Rennen zurückzumelden, Simon

 

 

 

Japan!!

Hallo Leute,
noch eine kurze Rückmeldung bevor es gleich um 19:00 Uhr ab Frankfurt mit dem Flieger Richtung Japan geht. Mein WG-Mitbewohner hat mir freundlicherweise ein paar Tipps in Buchform mitgegeben, die ich hoffentlich auch umsetzen kann. Ich bin vorbereitet und denkt bitte am 20.4 an mich und drückt die Daumen! (Zeitumstellung mitbedenken! ;)Ein besonderer Dank noch einmal an Intersport Voswinkel, Fuji und Sailfish (neuer Neoprenanzugpartner) und das EJOT Team sowie alle die mich persönlich unterstützen!
Ja mata (bis bald),
Simon

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Aerotest auf der Radbahn in Büttgen!

Vor wenigen Tagen hatte ich die Gelegenheit mit meinem Trainer Benjamin Herrera und dem Diplom Sportwissenschaftler Clemens Hesse (www.proathletes.de) auf der Radbahn in Büttgen meine Sitzposition aerodynamisch zu optimieren. Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, hab Meggie als Navigationshilfe auf den Beifahrersitz gepackt und bin hingefahren. IMG_20140317_063903_232

Dort angekommen hatten wir den ganzen Tag zur Verfügung um alle möglichen Varianten von Sitzposition und Bekleidung zu testen. Das war eine super Erfahrung (ich hätte nie gedacht, dass eine Radbahn in der Kurve so steil ist) und hatte ja auch einen sinnvollen Aspekt. Mit diesen Erkenntnissen werde ich in zwei Wochen nach Japan fliegen und in knapp drei Wochen ist dann ja schon der erste große „Gig“ auf Miyakojima und ich fühle mich fit! 🙂

Beste Grüße und bis bald!

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