Sieg bei der Challenge half Almere-Amsterdam ! (14.9.2013)

Das Rennen hatte ich mir in Absprache mit meinem Trainer Benjamin Herrera rausgesucht. Ich wollte gerne nach dem Wettkampf in Ratingen noch eine längere Distanz bestreiten, um mir die Saisonpause auch wirklich verdient zu haben. 🙂
Der gestrige Wettkampf war allerdings ein verdammt hartes Stück Arbeit. Der Start erfolgte um 8:10 Uhr. Geschwommen wurde im „Weerwater“ im Zentrum von Almere. Ich konnte als erster aus dem Wasser steigen, verzettelte mich jedoch etwas in der T-1. Zuerst legte ich mich auf dem glatten Boden in der Halle, wo sich die Wechselbeutel befanden, auf die Nase. Das war allerdings nicht weiter schlimm und ich stand schnell wieder auf zwei Beinen. Mein Wechsel selbst war allerdings „unter aller Kanone“, sodass ich mit etwas Rückstand auf die Führung auf das Rad stieg. Mir fehlte zu Beginn der Rythmus. Der Regen peitschte einem ins Gesicht und ich fuhr jede Kurve, verglichen zu meinem sonstigen Fahrstil, vorsichtig. In einem Kreisverkehr passierte es dann doch: Ich wurde bei knapp 10km von meinem Bock abgeworfen und rutschte wie ein zweitklassiger Fußballspieler auf dem Bauch über die Wiese einer Verkehrsinsel. Zum Glück war da keine Leitplanke. Ich brauchte Zeit, um zu schauen, ob noch alles dran ist, meine Sonnenbrille wieder aufzusammeln und die abgesprungene Kette draufzuziehen. Meine Radfalschen hatte ich ebenfalls beide verloren und auch einiges an Motivation. Die Getränke holte ich mir dann bei einer Verpflegungsstation bei etwa 30km wieder, Motivation hatten die dort allerdings nicht. Die restlichen 60km auf dem Rad versuchte ich konsequent meine Wattzahlen zu erreichen und mich nicht vom Wind aus dem Konzept bringen zu lassen. Das klappte dann auch ganz gut. Mit dem Radkurs konnte ich mich trotzdem nicht mehr anfreunden. Zu oft reichten mir die Beschilderungen nicht aus und die Strecke war unübersichtlich. Vielleicht muss ich den Fehler aber auch bei mir suchen, da ich die Strecke vorher nicht abgefahren bin.
Zusammen mit einem Konkurrenten stieg ich vom Rad und bekam zum zweiten Mal eine Klatsche beim Wechsel. Mit ca. 50m Rückstand lief ich hinter Philipp Podsiedlik aus der Wechselzone. Das Tempo lag bei 3:15/km und ich wusste schon aus Erfahrung, dass das nicht lange gut gehen wird. Andererseits wollte ich auch möglichst schnell das Loch zu Philipp zulaufen, was mir dann auch bei 3km gelang. Ich überholte ihn sofort und schnappte mir auch das Begleitfahrrad für den Zweitplatzierten. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt auch Vertrauen in meine Laufstärke, sodass ich vlt. noch den Rückstand von etwa drei Minuten zum Erstplatzierten zulaufen könnte. Nach ca. 6km stand mein Begleitfahrrad auf einmal vor einer Barriere und guckte sich ratlos um. Dann quetschte er sich rechts dran vorbei und guckte ratlos in der Gegend rum. Sein Kommentar: „I’m sorry, we’re wrong.“ Zum meckern fehlte mir die Luft, aber am liebsten hätte ich ihn vom Rad geboxt. Nach kurzer Überlegung drehten wir wieder um und er wollte wohl seinen Irrtum wieder gutmachen indem er ein 3:00min/km-Tempo vorlegte. Glücklicherweise waren es nur etwa 800m die ich verloren hatte, aber von Philipp keine Spur mehr. Er war schon wieder vorbei und es dauerte bis etwa 16km, bis ich ihn ein zweites Mal einholte. Er guckte ganz schön verwundert als ich (wieder) an ihm vorbei lief. 😉
Das Rennen mit seinen Höhen und Tiefen hatte mittlerweile Spuren bei mir hinterlassen, sodass ich Schwierigkeiten hatte meine Pace aufrecht zu halten. Kurz nachdem ich den Zweitplatzierten überholte sah ich auch schon den Ersten mit Krämpfen auf der Strecke stehen. Ich hatte in diesem Moment das Gefühl, dass mein Durchhaltevermögen belohnt wurde. Ab zwei Kilometern vor dem Ziel flackerte es schwarz/weiß vor meinen Augen und der Rückstand meines Verfolgers pendelte sich bei 200-300m ein. Den Vorsprung konnte ich bis zum Schluss halten und doch tatsächlich noch als Erster die Ziellinie überqueren.
In diesem Moment war ich so dankbar für das Rennen und stolz auf meine Leistung. Ich habe eine tolle Saison genauso beendet, wie ich es geplant hatte und mich trotz vieler Rückschläge nicht nachhaltig beirren lassen. Jetzt heißt es für mich: Beine hochlegen und überlegen, wann es wie weiter geht.
Danke für die Unterstützung von meinen Sponsoren, dem EJOT Team TV Buschhütten, aber auch und vor allem für den großen Support von meinen Eltern.

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(Quelle: https://twitter.com/ChallengeAlmere/status/378828364489846784/photo/1)